Neue Serie auf CYT: Über das Video Grid als Repräsentations-Tool

Ein Video-Grid ist, der Übersetzung aus dem Englischen entsprechend, ein Video -Gitter, oder -Raster oder -Netz. In jedem Fall ist also von einer mehrteiligen Fläche die Rede, die größten Teils aus Videos besteht.
Dieses Arrangement kann verschieden eingesetzt werden. Es eignet sich hervorragend für Vergleiche, für kombinierende Videoausstellungen oder zur Darstellung einer bestimmten künstlerischen Position.

Sicherlich ist man bei der Betrachtung dieses Formates schnell an die alte Ausstellungspraktik des 18. Jh erinnert, in dem aus Prestige oder Platzmangel die Gemäldesammlung ebenfalls gitterartig, dicht aneinander gehangen wurde.

Was dem Besucher einer solchen Galerie meist entgegen kam, war eine Vermengung aus Eindrücken. In einer ersten, oberflächlichen Wahrnehmung entstand ein Gesamtbild, dass gerade auch durch die goldglänzenden Rahmen als Raster, abstrakt blieb und ebenfalls die Architektur der Galerie mit einbezog. Darauf hin widmet man sich den Einzelbildern, von links nach rechts oder von oben nach unten, oder man fängt mit seinen Lieblingsfarben an.
Eine weitere Betrachtungsebene ermöglichte (hingegen der heutigen WhiteCube – Bilderpräsentation) eine kombinatorische Auseinandersetzung – in der man sowohl visuell (Farbe, Verortung, Technik) als auch ikonologisch die Bilder mit einander in Verbindung setzte. Es entsteht, ein gedanklicher Zwischenraum – ein visuelles Intervall.
Dieses Intervall – sei es kuratorisch beabsichtig oder Zufallsprodukt – ist ein Spezifikum in der Medienrezeption und trifft neben einigen anderen Formaten, wie dem Fotoband, auch auf das Videogrid zu.
Das Bilder- (und Bewegtbilder-) Grid hat sicherlich auch seine Ursprünge in der Collage als gestalterische Technik, in der aus verschiedenen Einzelbildern ein neues Ganzes entsteht.
Nun unterscheidet sich das Grid von der Collage aber in seiner Rasterartigkeit – also in seiner streng formalen Anordnung, die von A1 – bis Z26 durchnummeriert werden könnte. Somit ist das Grid auch ein Teil der Computerwelt – die ersten Visualisierungen vom digitalem Raum (Tron beispielsweise) waren ebenfalls rasterartig.

Die Collage (als Technik der bildenden Kunst) gibt auch einen entscheidenden Hinweis auf die Vielfältigkeit der Gridpräsentation. Denn wie, und vor allem womit man die einzelnen Felder belegt ist nicht vorgegeben. Die einzige Vorgabe ist das Rastersystem, dass zwangsläufig Nachbarschaften herstellt, Ränder aufzeigt und im Gesamtbild komplex, oft unberechenbar wirkt. Dem entsprechend ist das Grid also ein Tool dessen Inhalte, Grenzen und Zusammenhänge zu eigenständigen Aussagen führt.

Das Ausnutzen und Erforschen der Möglichkeiten des Videogrids ist ein wesentliches Bestreben von CuratingYoutube. In sofern stellt dieser Artikel den Auftakt zu einer Serie auf CuratingYoutube dar, die sich neben der Veröffentlichung von Grids auch im Theoretischen mit verschiedene Methoden, der geschichtlichen Entstehung und der Rezeption des Videogrids auseinander setzen wird.

Wir benutzen für diese Serie die Kategorie Video-Grid, für Gridpostings CYT-GRID und für die theoretische Aufarbeitung des Themas: GRID-Research.

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